Brüssel (pm): Wo in Deutschland noch kontrovers diskutiert und gestritten wird, ist man in anderen Ländern Europas schon einen bedeutenden Schritt weiter. Statt über Laufzeitverlängerungen nur zu diskutieren, werden dort Fakten geschaffen: Frankreich, Großbritannien, Finnland und Italien bauen neue Meiler, andere Länder denken über eine Ausweitung des Anteils der Atomenergie am Energiemix nach.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen in Deutschland ist das eine wichtige Entwicklung. Markus Ferber, Vorsitzender der CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, begrüßt die Entscheidungen in den anderen EU-Mitgliedsstaaten. "Durch die Nutzung von Atomkraft können definitiv umweltpolitische Ziele, wie die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, erreicht werden, so Ferber. Außerdem sei die Atomenergie verlässlich und im Gegensatz zu Solar- oder Windenergie keinen wetterbedingten Schwankungen unterworfen.
Allem Gegenwind zum Trotz befürwortet Ferber die Kernenergie auch in Deutschland. "Eine generelle Abkehr von der Atomenergie wäre ein absolut falscher Schritt für die Zukunft. Deutschland muss sich im Bereich der Energiebeschaffung diversifizieren, um unabhängig bleiben zu können. Dazu wird die Atomkraft unbedingt benötigt." Um auch in Zukunft eine sichere, nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung zu gewährleisten, muss sowohl auf Kernenergie als auch auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Nur so kann Deutschland unabhängig bleiben und wird nicht von teuren Energieimporten aus Drittländern abhängig.